Was ist ein Honeypot? Angreifer mit Cyber-Fallen fangen
18. März 2026 14:55

In der Cybersicherheitswelt ist eine Strategie, die genauso wichtig ist wie die Verhinderung von Angriffen, die Fähigkeit, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und Informationen über Angreifer zu sammeln. Genau hier kommt die Honeypot-Technologie ins Spiel.

Was ist ein Honeypot?

Ein Honeypot ist ein Täuschungssystem oder -dienst, das absichtlich anfällig erscheint und ein echtes System imitiert, um Cyberangreifer anzulocken. Es verhält sich wie ein echtes Produktionssystem, enthält jedoch niemals echte Daten.

Honeypot-Netzwerkdiagramm
Honeypot-Deployment-Architektur: Angreiferdatenverkehr wird von echten Systemen umgeleitet

Wozu dient ein Honeypot?

  • Früherkennung: Kein legitimer Benutzer sollte einen Honeypot berühren. Jede Verbindung ist verdächtig.
  • Bedrohungsintelligenz: Techniken, Werkzeuge und IP-Adressen der Angreifer werden protokolliert.
  • Angriffsvektoren-Analyse: Angriffsmethoden können in Echtzeit untersucht werden.
  • Ablenkung: Hält Angreifer von echten Systemen fern und gewinnt wertvolle Zeit.
  • Zero-Day-Erkennung: Neue Angriffsmethoden ohne bekannte Signaturen können entdeckt werden.

Honeypot-Typen

  • Low-Interaction: Simuliert begrenzte Dienste (z.B. Cowrie SSH-Falle). Einfach bereitzustellen, geringes Risiko.
  • High-Interaction: Betreibt ein echtes Betriebssystem. Sammelt mehr Daten, aber komplex zu verwalten.
  • Medium-Interaction: Ein ausgewogener Ansatz zwischen beiden.

Beliebte Honeypot-Tools

  • Cowrie: SSH- und Telnet-Honeypot. Zeichnet alle Angreiferbefehle auf.
  • T-Pot: Docker-basierte Plattform mit über 20 Honeypots und Kibana-Dashboard.
  • Dionaea: Auf Malware-Erfassung ausgerichtet, SMB/FTP/HTTP-Falle.
  • Honeyd: Vielseitiges Framework zum Erstellen virtueller Netzwerke.
Honeypot-Installationsterminal
Cowrie Honeypot-Installations- und Konfigurationsbildschirm

Cowrie-Installation: Schritt für Schritt

sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo apt install python3 python3-pip python3-venv git libssl-dev -y
sudo adduser --disabled-password cowrie
sudo su - cowrie

git clone https://github.com/cowrie/cowrie.git
cd cowrie && python3 -m venv cowrie-env
source cowrie-env/bin/activate
pip install -r requirements.txt
cp etc/cowrie.cfg.dist etc/cowrie.cfg

Port-Weiterleitung (SSH 22 → Cowrie 2222)

sudo sed -i 's/#Port 22/Port 22222/' /etc/ssh/sshd_config
sudo systemctl restart ssh
sudo iptables -t nat -A PREROUTING -p tcp --dport 22 -j REDIRECT --to-port 2222
sudo iptables-save > /etc/iptables/rules.v4
bin/cowrie start
tail -f var/log/cowrie/cowrie.log

T-Pot: Schnelle Honeypot-Plattform

git clone https://github.com/telekom-security/tpotce
cd tpotce && sudo ./iso/installer/install.sh --type=user

Nach der Installation: https://server-ip:64297 für das Kibana-Dashboard.

Sicherheits-Best-Practices

  • ✅ Honeypots vom Produktionsnetzwerk isolieren (DMZ oder separates VLAN)
  • ✅ Niemals echte Daten auf einem Honeypot speichern
  • ✅ Protokolle in Echtzeit an einen separaten Server weiterleiten
  • ✅ Ausgehenden Datenverkehr streng filtern
  • ❌ Einen schlecht isolierten Honeypot niemals mit dem echten Netzwerk verbinden

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